Prolog: Der Berufsverband freier Journalisten hat es treffend formuliert: Freie Journalisten sind wie Waschbären: wahnsinnig
verbreitet, stetig in Vermehrung, in der öffentlichen Wahrnehmung aber
dennoch Exoten.
Doch nun zur Sache. Viele Freie Journalisten werden es ahnen: Wir verdienen zu wenig Geld. Eine Veröffentlichung von medienMITTWEIDA, einem Projekt der Hochschule Mittweida, gelegt nun das klamme Gefühl vieler Kollegen.
Die Künstlersozialkasse (KSK) ermittelte für das Jahr 2010 ein durchschnittliches Jahresarbeitseinkommen von 16.840 Euro für selbstständige Journalisten und Redakteure. Berufseinsteiger werden sogar mit rund 2.000 Euro weniger abgespeist. Zum Vergleich: Volontäre, die nach neuem Tarif bezahlt werden, erzielen bereits im ersten Jahr Einkommen von mehr als 20.000 Euro. Und das ist auch nicht gerade der Knaller. Die Alma Mater Gehaltsstudie 2011 für Studienabsolventen ermittelte – ungeachtet der Branche und des Abschlusses – Durchschnittswerte von 40.000 Euro. Schlechter als in den Medien werden Hochschulabsolventen nur noch im Tourismus bezahlt.
Es ist doch beruhigend zu wissen, dass wir jahrelang studiert, ein Volontariat absolviert und viele schöne Artikel geschrieben haben, nur um am Ende festzustellen: Als Volontär hattest Du die Spitze Deiner Einkommensleiter erreicht. Vielleicht ist ja für mich noch etwas in der Tourismus-Branche frei.
Einen schönen Tag wünscht Euch
Johannes
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